„Der Umbau der Weinstraße wird für uns und unser Dorf in den nächsten drei Jahren tiefgreifende Veränderungen mit sich bringen. Sperrungen, Parkraumeinschränkungen und Umleitungsverkehr werden nahezu alle in Kirchheim belasten. Das ist nicht schön, aber notwendig, damit es in Kirchheim weiter vorangeht. Ich hoffe, dass wir es trotz der erwartbaren Umstände schaffen, rücksichtsvoll und achtsam miteinander umgehen.“

 

 

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Wie wird die Weinstraße nach dem Umbau aussehen?

Eine bedeutsame Veränderung wird sein, dass die Weinstraße Nord nach dem Umbau für Fußgänger ungefährlicher und damit auch attraktiver wird. Dazu soll es in Kirchheims Denkmalzone auf der Weinstraße künftig durchgängig Fußgängerwege geben, die mindestens 80 cm breit sind. Die Gehwege auf der Nord- bzw. Westseite in der Weinstraße Nord sollen sogar eine Mindestbreite von 1,20 cm haben und damit auch eine verkehrssichere Begegnung von Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator erlauben. Gehwegübergänge an Straßen werden barrierefrei gestaltet, also abgesenkt und mit taktilen Elementen ausgestattet. Gewonnen wird der für die Gehwege nötige Platz durch eine verringerte Fahrbahnbreite. Ab der Ortseinfahrt im Norden wird die Fahrbahn um ca. 1 Meter auf 5,50 Meter Breite verengt. Eine zusätzliche leichte Verschwenkung wird dazu beitragen, dass nach Kirchheim einfahrende Fahrzeuge die Geschwindigkeit bereits hier reduzieren. Zwischen Schulgasse und der Einmündung zur Hintergasse wird es – aus Platzgründen – eine noch stärker verengte Fahrbahn geben. An der engsten Stelle, auf etwa 25 Meter Länge, wird bei einer Breite von knapp 4 Metern zwischen den Bordsteinen zwar Begegnungsverkehr für PKW bei sehr langsamer Fahrt möglich bleiben, für LKW oder landwirtschaftlichen Fahrzeugen allerdings nicht. Die Strecke ist jedoch gut überschaubar und so kurz, dass bei gegenseitiger Rücksichtnahme rechtzeitig angehalten werden kann. Zudem haben alle vorgesehenen Bordsteine eine Rundkante und sind nur 6 cm hoch. Es wird daher keine zusätzliche Unfallgefährdung durch die Engstelle erwartet.

Im Zuge der Weinstraßensanierung und des Gehwegneubaus werden auch die Bushaltestellen im Baubereich barrierefrei gestaltet. Keine großen Veränderungen wird es in der Weinstraße Süd und der Weisenheimer Straße geben. Hier wird jeweils nur die Fahrbahndecke erneuert.

Nach Ende der Ausschreibung durch den Landesbetrieb Mobilität und der Zustimmung der verschiedenen Gremien (u.a. Ortsgemeinderat Kirchheim) zum Ausschreibungsergebnis kommt es voraussichtlich Ende Juni/Anfang Juli zur Auftragserteilung an ein Bauunternehmen. Dieses soll dann in der zweiten Jahreshälfte, eventuell ab September, die Arbeit aufnehmen. Die gesamte Bauzeit wird auf drei Jahre geschätzt, also voraussichtlich bis Herbst 2028 dauern. Zur Minderung der Belastung der Kirchheimer wird die Baumaßnahme in sieben Bauabschnitte unterteilt, die nacheinander abgearbeitet werden. Abgeschlossene Bauabschnitte werden danach zunächst provisorisch hergerichtet, sodass sie anschließend wieder befahren werden können. Die finale Fahrbahndecke wird zum Schluss aufgetragen werden. Fünf Bauabschnitte sind nördlich der Bahnlinie: – der Bereich vom nördlichen Ortseingang bis zur ersten Kurve der Weinstraße Nord (Bauabschnitt 2) – die Weinstraße Nord von dieser Kurve bis kurz hinter der Quirngasse (Bauabschnitt 3) – die Weinstraße Nord von der Quirngasse bis zur Kurve am Weingut Kolb (Bauabschnitt 4) – die Weinstraße Nord von dieser Kurve bis zur Hintergasse (Bauabschnitt 5) – die Weinstraße Nord von der Hintergasse bis zum Bahnübergang der Weinstraße Süd, die Kleinkarlbacher Straße von der Kreuzung am Diffiné-Haus (einschließlich Bahnübergang) bis zum Westring, die Einmündung der Bissersheimer Straße (Bauabschnitt 1) Südlich der Bahnlinie sind zwei Bauabschnitte vorgesehen: – die Weinstraße Süd ab Bahnübergang bis zum südlichen Ortseingang (Bauabschnitt 6) – die Weisenheimer Straße von der Weinstraße Süd bis zum Übergang in den Wirtschaftsweg (Bauabschnitt 7) Die (meter-) genaue Festlegung der Bauabschnittsgrenzen wird ebenso wie die Reihenfolge der Abarbeitung – abgesehen von Bauabschnitt 1 – zusammen mit dem Bauunternehmen entschieden. Einfluss auf die Reihenfolge hat insbesondere die Jahreszeit am Ende eines Bauabschnitts. Durch Anpassungen in der Reihenfolge der Bauabschnitte soll vermieden werden, dass es in einzelnen Bauabschnitten zu langen, witterungsbedingten Unterbrechungen (z.B. Winterpause) kommt. Gegen Ende der Arbeiten wird es nochmals zu kurzzeitigen Straßensperrungen kommen, da die abschließende, 3 cm dicke Asphaltschicht „in einem Rutsch“ aufgetragen werden soll. Noch nicht aufgeführt in dieser Übersicht ist die ebenfalls vorgesehene Sanierung der Gemeindestraße „Am Grünborn“. Hier wird die Gemeinde berücksichtigen, dass es keine zeitlichen Überschneidungen mit Bauabschnitt 6 – der Sperrung der Weinstraße Süd – gibt.
Nach gegenwärtigen Schätzungen werden die Gesamtkosten der Maßnahme 8,16 Mio. € betragen. Auf die Ortsgemeinde Kirchheim entfallen davon nach Schätzungen des Landesbetriebs Mobilität Speyer etwa 2,6 Mio. € reine Bauleistungen für den Bau der Gehwege, der Beleuchtung und der barrierefreien Bushaltestellen. Hinzu kommen für Kirchheim Baunebenkosten von geschätzt 0,8 Mio. €. Genauere Zahlen werden nach Abschluss der Ausschreibung verfügbar sein. Das Bundesland Rheinland-Pfalz wird die Investitionen der Ortsgemeinde in jedem Fall über einen Zuschuss fördern. In welcher Höhe ist noch nicht abschließend bekannt. Voraussetzung der Förderung ist die direkte Beteiligung der Kirchheimer Bürger an den auf die Ortsgemeinde entfallenden Kosten der Baumaßnahme (derzeit geschätzt 3,4 Mio. €) durch wiederkehrende Ausbaubeiträge.
In Absprache mit dem Entsorgungsunternehmen werden Lösungen entwickelt, die eine reguläre Müllentsorgung gewährleisten. Während in Bauabschnitten gearbeitet wird, werden Tonnen und Säcke an naheliegenden Sammelplätzen abgestellt.
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