Jeweils ohne Gegenstimmen stimmte Kirchheims Gemeinderat in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Landwirtschafts- und Forstausschuss den künftigen Betriebsplänen für den eigenen Waldbesitz zu. Wald besitzt Kirchheim im Krumbachtal und – zusammen mit Battenberg und Kleinkarlbach – den Gemeinschaftswald im Hinterwald, südwestlich von Hertlingshausen. Nach einer intensiven Bestandsaufnahme, bei der unter anderem Flächen, Baumarten, -alter und zustand erhoben und mit der letzten Prüfung aus dem Jahr 2016 verglichen wurden, hat das Beratungsunternehmen unique landuse, Freiburg, Vorschläge für künftige Holzentnahmen und Aufforstungsmaßnahmen in den nächsten zehn Jahren erstellt.
In der vergangenen Dekade hatten Borkenkäfer, Schneebruch, Tornado und Trockenheit die Wälder und damit auch unsere Forstwirtschaft stark beeinträchtigt. Auch der Markt für Holz entwickelte sich weniger positiv, als bei der Planung vor zehn Jahren erwartet worden war. In der Folge wurden auch bei uns weniger Bäume „geerntet“. In der Summe stellen die Gutachter der bisherigen Bewirtschaftung des Reviers dennoch ein gutes Zeugnis aus: Holzentnahme und Waldverjüngung standen in einem guten Verhältnis. Aktuell ist das Durchschnittsalter der Bäume im Kirchheimer Wald 78 Jahre und im Gemeinschaftswald 89 Jahre. Nach wie vor ist die Kiefer der häufigste Baum in den beiden Wäldern, allerdings mit langsam abnehmender Bedeutung. Die Gutachter sehen den Trend zu anderen Baumarten positiv, denn mit dem Klimawandel werde es für die Kiefer an den bisherigen Standorten zu warm und auch die Labilität für mögliche Schäden (z.B. Insektenbefall, Wetterfolgen) werde steigen. Die bereits erfolgte Förderung von klimastabilen Bäumen, also vor allem Laubbäumen wie Eiche oder Edelkastanie, durch Neupflanzungen und auch die Förderung der Naturverjüngung mittels Durchforstungen, also gezielten Entnahmen, sollten daher fortgeführt werden.
Geld verdient werden soll in den nächsten Jahren wie auch schon bisher vor allem mit dem Verkauf von Kiefernholz, in geringerem Maße auch von Buchen, Kastanien und Douglasien. Auch die Fichtenbestände sollen je nach Marktlage reduziert werden. Ziel, so Revierförsterin Isabelle Behret, sei es, dass zumindest immer eine schwarze Null in der Waldbewirtschaftung erzielt und die Substanz des Waldes so erhalten und gefördert werde, dass auch künftige Generationen, unabhängig von eintretenden Schädigungen, die Wälder profitabel nutzen könnten. (Die ausführlichen Berichte von unique landuse sind im Web über das Ratsinformationssystem der VG Leiningerland einsehbar: https://leiningerland.gremien.info/meeting/8592)
Waldlehrpfad mal anders
Informationen und spielerisches Erleben verbindet ein neues, digitales Konzept für Waldlehrpfade, das die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald erstellt und nun bundesweit erstmals im Kirchheimer Wald im Krumbachtal als Pilotmodell eingerichtet hat. Ist die App „Actionbound“ installiert, kann an fünf Stationen auf dem ca. drei Kilometer langen Weg per QR-Code Wissenswertes zum Thema Wald abgerufen werden. An den Stationen, die sich an den fünf menschlichen Sinnen orientieren, bietet die App jeweils ein Quiz, das von Forstrevierleiterin Isabelle Behret zusammengestellt wurde. Dank der digitalen Form können die in der App hinterlegten Informationen und das Quiz bei Bedarf jederzeit an sich ändernde Umweltbedingungen angepasst werden. Netzempfang ist nur beim Download der App – etwa beim Start am Parkplatz im Krumbachtal – erforderlich. An den einzelnen Stationen wird keine Netzverbindung benötigt. Beigeordneter Axel Bona, zuständiger Beigeordneter für Landwirtschaft und Forsten, kündigte an, dass auch vor den Schulen in Kirchheim und Kleinkarlbach auf den neuen Lehrpfad hingewiesen werden soll.
Gelbes Band zeigt: Obstpflücken erlaubt
Wie Axel Bona mitteilte, beteiligt sich Kirchheim an der Aktion “gelbes Band“ des Biosphärenreservats Pfälzerwald. An der Gemeinde gehörenden Obstbäumen soll künftig ein gelbes Band am Stamm anzeigen, dass hier jeder (nicht gewerbsmäßig) ernten darf. Aktuell ist auf der Karte der Aktion (https://www.pfaelzerwald.de/streuobstwiesen/) für Kirchheim nur ein Baum verzeichnet, ein Kirschbaum in der Verlängerung des Silvanerwegs zur Bahnstrecke. Nach einer Bestandsaufnahme will die Gemeinde weitere Bäume melden. Und auch private Besitzer können sich an der Aktion, die zur Sensibilisierung für den Erhalt von Streuobstwiesen beitragen soll, beteiligen.
Was wird aus dem 1250-Jahr-Platz?
Im Zuge der Neugestaltung der zentralen Kreuzung am Diffiné-Haus, stand auch die Frage der Zukunft des kleinen Platzes zwischen Hollergasse und Bissersheimer Straße zur Entscheidung an. Ohne sich bereits festzulegen, wie der Platz gestaltet werden soll, hat der Gemeinderat ohne Gegenstimmen entschieden, dass das Bauunternehmen, das dort derzeit die Weinstraße saniert, den Platz für eine – noch nicht beschlossene – Gestaltung einebnen solle. Nur der mit Sandstein eingefasste historische Brunnen und der Baum sollten erhalten werden. Die Einebnung ist inzwischen erfolgt. Über die Gestaltung soll in der nächsten Gemeinderatssitzung entschieden werden. Drei Planungsvarianten mit reinen Baukosten zwischen 30.000 und 77.000 € wurden dazu vom Alzeyer Büro Seiler – Ingenieure und Architekten (SIA) GmbH vorgeschlagen.